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March 22 2012

12:18

Die FSFE und die Piraten im Saarland: Warum selbst denken hilft

Mattias Kirschners Gastbeitrag auf netzpolitik.org schlägt grade hohe Wellen, kritisiert der FSFE Fellowship-Koordinator doch die Haltung der Piraten zu Freier Software und den damit verbundenen politischen Bemühungen. Den kompletten Wortlaut der Piraten-Stellungnahme zur Anfrage der Free Software Foundation Europe gibt es hier zum nachlesen.

Besonders frech finde ich, dass Kirschner nur Teile zitiert, ganz offensichtlich um seine Position und den Irrweg der Saar-Piraten zu unterstreichen:

“Dieses Ziel wurde sogar im Grundsatzprogramm der Partei beschlossen: ‘Wir setzen uns für die Förderung von Software ein, die von allen uneingeschränkt benutzt, untersucht, verbreitet und verändert werden kann.’”

Dass es im Rest des Absatzes hauptsächlich darum geht, die Privatsphäre der Nutzer zu stärken und deshalb die Förderung speziell in Bildungseinrichtungen und Verwaltungen vorangetrieben werden soll, lässt er unter den Tisch fallen. Astreine Lobbyarbeit eben.

Ich persönlich sitze da – nicht zu letzt wegen meiner Mitgliedschaft in beiden Gruppierungen – irgendwo zwischen den Stühlen. Auch wenn ich gerade in diesem Kontext nie gedacht hätte, dass Partei- und Foundationposition sich gegenüberstehen. Leider aber hat Kirschner (und somit die FSFE) in meinen Augen einen ganz grundlegenden Punkt missverstanden:

“Die Piratenpartei Saarland hingegen scheint sich für das “Recht” von Rechtverwertern stark zu machen, Nutzern restriktive Lizenzen aufzudrücken.”

Ich halte es für deutlich weniger “frei”, wenn die Privatwirtschaft zur Veröffentlichung ihrer Arbeit unter freien Lizenzen gezwungen wird. Man mag proprietäre Software ablehnen. Man mag offene Standards bevorzugen. In Kommunen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung ist das auch absolut unerlässlich. Was jedoch in der Privatwirtschaft läuft, geht die Politik absolut nichts an. Ich möchte nicht, dass sich Partei XY anmaßt, sich bei meinem Arbeitgeber einmischen zu müssen. Egal ob dieser Freie Software anbietet oder nicht.
Meiner Ansicht nach steht das F in FOSS nicht für “forced”, sondern für “free”.

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February 17 2012

22:32

Warum Unternehmen die GPL kaputt machen – oder auch nicht

Sebastian Grüner schrieb heute auf Golem einen grundsätzlich richtigen und lesenswerten Artikel über die GPL, freie Software und deren Verwendung durch Unternehmen. Einen Punkt jedoch möchte ich an dieser Stelle herausgreifen:

“Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind die Klagen zwar absolut gerechtfertigt und notwendig, führen langfristig jedoch nicht zu einer weiteren Verbreitung der GPL. Denn Unternehmen fürchten sich davor, verklagt zu werden und verzichten deshalb auf die Verwendung von Copyleft-Code. Das Dilemma dabei ist, dass die Klagen der Entwickler keinesfalls unterlassen werden können.

Aus Sicht der Nutzer sind die Prozesse aber wenig zielführend, da nicht mehr, sondern immer weniger Unternehmen GPL-Code verwenden. Da es immer weniger Firmen mit einer entsprechenden Marktmacht gibt, die GPL-Code überhaupt einsetzen, kommt auch nur ein kleiner Benutzerkreis mit den Vorteilen der GPL überhaupt in Berührung.”
(Sebastian Grüner, 17.02.2012)

Ich glaube nicht, dass die GPL oder vergleichbar restriktive Freie Lizenzen durch eine Nicht-Verwendung in kommerziellen Produkten kaputt gemacht wird. Vielmehr denke ich, dass aus einem Rückgang der Klagen diese Lizenzen aus einem negativen Licht herausgehoben werden. In den letzten Jahren sind Free Software Foundation und GPL meist nur dann in Erscheinung getreten, wenn es um Verletzung von Rechten und die damit verbundenen Streitigkeiten ging. Aus Marketing-Sicht ein Desaster! Deshalb wäre es eher ein Zugewinn an Souveränität und positiver Wahrnehmung von außen, wenn Verfahren und Gerichtsurteile nur noch in geringem Maße bedürfte. Sprich: Ein Stärkung der Lizenz.

Darüber hinaus, wird die GPL nicht verschwinden, nur weil Unternehmen sie aus Angst vor Klagen nicht mehr einsetzen. Meiner Meinung nach fallen nur die schwarzen Schafe weg, denn: Die GPL ist kein nicht zu durchblickendes Monstrum, das Rechtsabteilungen zum Verständnis benötigt.  Firmen die sich an die Reglements Freier Software halten, tun dies ja aus gutem Grund und schaffen es auch. Deshalb unterstelle ich denen, die es nicht tun, schlicht böse Absicht oder mangelndes Interesse an fairem Umgang.

(foto cc rui ornelas)

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February 14 2012

07:45

“Auch Software hat Gefühle” oder: Wie ich den Valentinstag feiere

Der Valentinstag ist traditionell ein Tag, an dem man Liebe zeigt und feiert. Und Geld für irgendwelchen Kram ausgibt. Oder sich tierisch über diesen Tag aufregt. Oder ihn einfach ignoriert.
Um dem Valentinstag einen echt Sinn zu geben, feiert die FSFE heute bereits zum zweiten Mal den “I love Free Software”-Tag. Das finde ich eine prima Sache, nutzt man doch das ganze Jahr über Freie Software, ohne groß darüber nachzudenken.

Deshalb heute einfach mal die Liebe zeigen!

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March 30 2011

13:07

Document Freedom Day: Erste Fotos

Einige Eindrücke von der Preisverleihung an die Stadt München im Rahmen des Document Freedom Day 2011:
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Mittlerweile bin ich im Café Netzwerk in der Luisenstraße, wo demnächst die Vorbereitungen für die DFD Party (heute Abend ab 18:30 Uhr) losgehen.

March 14 2011

23:44

In the spirit of free & open source…

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“in the spirit of free & open source sw, i ‘patched’ my #sxswi goodie bag. tee hee.”
(Máirín Duffy on identi.ca)

February 27 2011

08:31

Freie Software – oder doch nicht?

Mal ehrlich: Linux ist super. Alles ist kostenlos verfügbar, für die meisten Probleme gibt es schnell irgendwo im Netz eine Lösung und dann hat man irgendwie auch noch das Gefühl “was Gutes” zu auf seinem Rechner nutzen. Ach ja: und man ist nicht mehr so von den großen Softwarekonzernen abhängig!

Alles schön und gut. Aber.
Werfen wir mal einen Blick auf die Zusammenstellung einer durchschnittlichen Installation und picken uns heraus, wo wir uns – trotz Linux und Open Source – im Feld der “unfreien” Software bewegen:

  • Grafikkarten-Chipsatz von Nvidia oder ATI/AMD?
    Vermutlich möchtest du nicht auf 3D-Funktionalität verzichten und hast die proprietären Treiber der Hersteller installiert.
  • Wireless LAN: Realtek oder Atheros -Modul?
    Natürlich möchtest du dein Notebook mit WLAN nutzen. Klasse, dass der Hersteller Treiber dafür zum Download anbietet!
  • MP3-Wiedergabe? MPEG-Videos?
    Hey, klar willst du deine Musik hören und Filme schauen! Nichts wie her mit den patent-behafteten Codecs!
  • DVDs mit Kopierschutz?
    Ja genau, Kopierschutz. Damit du solche DVDs unter Linux ansehen kannst, musst du den Kopierschutz umgehen. Dass die Rechtslage der dazu benötigten Programm-Bibliothek in Deutschland nicht klar ist – wen kümmert’s?
  • YouTube und andere Videoseiten?
    Du brauchst das Flash Plugin von Adobe. Das darf von Haus aus nicht mal in den Paketquellen von Linux-Distributionen sein.
  • Google-Programme wie Earth oder Picasa für Linux?
    Schnell die Goole-Lizenz abgeklickt und das Paket heruntergeladen. Dass es sich dabei um Windowsprogramme zusammen mit Windows-Emulater (“Wine”) handelt, ist nirgendwo ersichtlich. Dass aber somit mit dem “Linux” im Namen ein Etikettenschwindel betrieben wird, ist das geringste Problem.

Na, merkst du was? Trotz “kostenlos” sind wir irgendwie in ein kleines Tretminenfeld gelaufen. Vielleicht wusstest du das schon. Vielleicht hast auch von diesem “free as in freedom”-Kram gehört. Vielleicht hast du sogar schon Linux-Distributionen gesehen, die keine “unfreie” Software mitliefern. Aber selbst so etwas nutzen? Und auf MP3 und Flash verzichten? Puh…

Ich möchte in den kommenden Wochen eine kleine Testreihe durchführen und mit meinem Netbook (Asus EeePC 1001Px), komplett auf alle “unfreie” Software verzichten. Ziel dabei ist es, die einzelnen Probleme genauer in Angriff zu nehmen und aus dem Blickwinkel eines gewöhnlichen Benutzers nach Hilfen und vernünftigen, praktikablen Lösungen zu suchen.

Dranbleiben.

February 26 2011

17:52

Große Herausforderungen

The major challenge for the open web is political, not technical.
Dmytri Kleiner

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