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February 27 2012

14:53

Fedora einfach upgraden mit PreUpgrade, Anaconda oder Yum

Auch wenn Fedora 15 noch einige Monate Updates bekommt, ist ein Upgrade auf die aktuelle Version 16 sicherlich sinnvoll. Auch gibt es immer noch recht viele Kisten, die auf Fedora 14 laufen und schon eine Weile keine Updates mehr erhalten. Distributions-Upgrades (nicht nur bei Fedora) können aber durchaus Probleme bereiten. Deshalb hier die wichtigsten Schritte, um dies so schmerzfrei wie möglich durchzuführen – auch wenn man von Version 14 direkt auf die aktuelle 16 aktualisieren möchte.

Möglichkeit 1: Der grafische Weg über PreUpgrade

Ihr installiert euch das Paket “preupgrade” und führt es (natürlich als root) aus:

[root@fedora ~]# yum install preupgrade
[root@fedora ~]# preupgrade

Der damit gestartete grafische Assistent besteht aus zwei selbsterklärenden Schritten: Der Versionsauswahl und dem eigentlichen Upgradeprozess. Für Hintergrundinfos oder bei Problemen hilft die entsprechende Wiki-Seite weiter.

Möglichkeit 2: Der grafische Weg über Anaconda

Bei einer schlechten Internetanbindung empfiehlt es sich, eine Installations-DVD zu verwenden, da der Upgradevorgang sonst ewig dauert. Fragt einfach Freunde oder Bekannte, ob sie euch die ISO-Datei herunterladen und brennen können. (Notfalls könnt ihr euch auch an mich wenden.)

Die DVD bootet ihr wie jede andere Live-CD auch, der grafische Installer “Anaconda” erkennt automatisch bereits installierte Versionen von Fedora und Red Hat Enterprise Linux. Wählt einfach die Gewünschte unter “Upgrade an Existing Installation” und los geht’s!

Achtung!Der Installer macht alle Partitionen außer /home platt! Alle bereits installierten Programme, die nicht aus den Fedora-Paketquellen stammen, werden gnadenlos überschrieben. Ihr solltet euch unbedingt vorher die Liste dieser Programme sichern:

[root@fedora ~]# rpm -qa --qf '%{NAME} %{VERSION}-%{RELEASE} %{ARCH}
' > ~/old-pkglist.txt

Auch empfiehlt es sich ein Backup der Konfigurationsdateien zu machen und dieses entweder auf /home (falls eigene Partition) oder auf CD zu sichern:

[root@fedora ~]# tar czf /tmp/etc-`date +%F`.tar.gz /etc
[root@fedora ~]# mv /tmp/etc-*.tar.gz /home

Bevor man nun losrennt, lohnt sich ein Blick in die Dokumentation, speziell Kapitel 9.10 “Upgrading an existing system”.

Möglichkeit 3: Der Weg über die Konsole

Grafische Installer sind ja schön und gut – aber was ist mit dem hackedyhack-Weg über die Kommandozeile? Auch wenn offiziell empfohlen ist das selbstverständlich möglich. Bitte auch hier unbedingt vorab Backups erstellen!

Zuerst loggt ihr euch aus der grafischen Oberfläche aus und wechselt dann in den Textmodus:

Strg-Alt-F2

Dort meldet ihr euch als root mit dem entsprechenden Passwort an, befödert euer System in’s Runlevel 3 und stellt sicher, dass Yum aktuell ist:

[root@fedora #] init 3
[root@fedora #] yum update yum

Als nächstes braucht ihr GPG-Keys für die Fedora Repositories:

  • Fedora 16:
    [root@fedora #] rpm --import https://fedoraproject.org/static/A82BA4B7.txt
  • Fedora 15:
    [root@fedora #] rpm --import https://fedoraproject.org/static/069C8460.txt

Wichtig: Beim Wechsel von Fedora 15 auf 16 werden – bedingt durch die Umstellung von SysV auf systemd – aktive Dienste nicht weitergegeben. Notiert euch diese also unbedingt vor dem Upgrade und aktiviert sie danach “von Hand” wieder:

[root@fedora ~]# chkconfig --list |grep on > ~/previously-running-services

Der letzte Schritt vor dem Upgrade ist, alte Pakete aus dem Cache zu werfen:

[root@fedora #] yum clean all

Der eigentliche Upgrade-Schritt – entweder mit externen Repositories oder ohne diese:

[root@fedora #] yum --releasever=<gewünschte_release_nummer> distro-sync
[root@fedora #] yum --releasever=<gewünschte_release_nummer> --disableplugin=presto distro-sync

Überprüft, ob alles funktioniert hat:

[root@fedora #] yum repolist yum [root@fedora #] groupupdate Base

Nun erstellen wir noch eine neue Konfiguration für den Bootloader GRUB2 und installieren ihn in das entsprechende Bootdevice (meist /dev/sda):

[root@fedora #] /sbin/grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg
[root@fedora #] /sbin/grub-install <das_bootdevice>

Jetzt können wir das System neu starten und danach die notierten Dienste wieder aktivieren:

[root@fedora #] systemctl enable <name_des_dienstes>.service

Fertig!

Solltet ihr eine deutlich ältere Version von Fedora einsetzen (12, 11, 10…) gibt es hier ausführliche Hilfen und Hinweise. Und für die Mutigen gibt es bereits eine Anleitung zum Upgrade auf die (derzeitige) Alpha-Version von Beefy Miracle (F17).

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Schweinderl