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October 18 2011

10:05

Quo vadis, Curt-Frenzel-Stadion?

Der nachfolgende Text wurde von den Augsburger Panthern auf Facebook sowie auf deren Webseite veröffentlicht. Ich halte das Thema aber für so wichtig, dass es vollständig und jedem zugänglich sein sollte.

Das Curt Frenzel Stadion droht auf lange Zeit zur Bauruine zu verkommen. Angeblich treiben immer neue Sonderwünsche die Kosten in die Höhe. Die Wahrheit ist jedoch eine ganz andere. Der Augsburger Stadtrat hat bereits 2009 in einem Grundsatzbeschluss entschieden, die Sportstätte zu einem voll ausgebauten, funktionalen Eishallenkomplex mit zwei Eisflächen für Eissportvereine, Schulen, Öffentlichen Eislauf und Profieishockey zu errichten. Dann aber wurde teuer umgeplant…

Kein Strom, kein Wasser, keine Heizung, keine Lüftung, kein Fußboden. Viele Räumlichkeiten im Curt Frenzel Stadion drohen im Rohbauzustand zu verbleiben.

Der Masterplan zur Sanierung des Curt Frenzel Stadions und dem damit verbundenen Ausbau der gesamten Anlage zum Eissportzentrum an der Blauen Kappe wurde 2009 gemäß der damaligen Projektvorlage ASP-Schneider inklusive aller drei Realisationsabschnitte vom Stadtrat im Grundsatz beschlossen. Das Auftragsvolumen belief sich auf rund 24,6 Millionen Euro. Darin enthalten waren alle erforderlichen Maßnahmen zur Erstellung eines voll ausgebauten, funktionalen Eishallenkomplexes. Dazu zählen unter anderem der Ausbau sämtlicher Räumlichkeiten - von Umkleiden, Arbeits- und Sozialräumen über die Flächen für Gastronomie bis hin zu Event und Veranstaltungsbereichen mit Strom, Licht, Wasser, Heizung, Bodenbelägen, Wand- und Deckenverkleidungen. Doch was die Stadt 2009 „bestellt“ hat, wurde in der Folge bekanntlich mangelhaft und teuer umgeplant. Heute belaufen sich die Mehrkosten bereits auf über 9,5 Millionen Euro. Darin sind neben den Abbruch- und Wiederaufbaukosten für die falsch geplanten Tribünen auch Kosten für die Umsetzung neuer behördlicher Auflagen, sowie ausschreibungsbedingte Mehrkosten enthalten.

Die spätere Umplanung der Projektvorlage von 2009 führt heute zu einer Verteuerung von rund 8,2 Millionen Euro. Zu den unerwarteten Aufwändungen zählt zweifelsohne die Sanierung beider Eisbahnen. Durchaus sinnvoll erscheinen zudem Mehrkosten für die weitere Verbesserung der Gebäudequalität und Haustechnik. Dies führt in der Folge auch zu einer deutlichen Reduzierung der Betriebskosten.

37% der heute dargestellten Mehrkosten waren 2009 noch im Gesamtpreis enthalten. Der Löwenanteil der Mehrkosten entfällt jedoch auf Leistungen, die im Stadtratsbeschluss von 2009 bereits im Preis enthalten waren. Die ausgewiesenen Mehrkosten in der von Sportreferent Peter Grab vorgestellten 22-Punkte-Liste sind im wesentlichen Leistungen, die in der Projektvorlage ASP-Schneider 2009 bereits in vollem Umfang enthalten waren. 2,4 Millionen Euro für den Minimalausbau von Kiosken und einer Eventzone heute als Mehrkosten auszuweisen ist schlichtweg falsch. Falsch ist auch der derzeit vermittelte Eindruck, dass zahlreiche Baumaßnahmen ausschließlich der Nutzung seitens der Augsburger Panther dienen. Vielmehr stehen die Veranstaltungsflächen regelmäßig Breiten- und Amateursportveranstaltungen zur Verfügung. Es geht hierbei nicht um die Frage, ob die Stadt Augsburg es als hoheitliche Aufgabe ansieht, für Gastronomie im Stadion zu sorgen. Es geht vielmehr darum, vorgesehene Räumlichkeiten in einen Zustand  zu versetzen, damit diese überhaupt genutzt und von den Nutzern auf deren eigene Kosten möbliert werden können.

Umplanung führt zu Kostenexplosion

Die Gesamtumplanung des Eissportzentrums an der Blauen Kappe entgegen der Beschlussvorlage des Stadtrates 2009 hatte zur Folge, dass vor allem die durchdachte Bauphasenstruktur keine Anwendung mehr fand. Ein geordneter und genehmigter Mittelzufluss zur Finanzierung des Stadionkomplexes entspricht in keinster Weise mehr dem heutigen Bauzustand sowie der Kostenentwicklung.

Übersicht der deklarierten “Mehrkosten”

Ausweg aus dem Dilemma

2009 hatte der Augsburger Stadtrat bereits erkannt, dass nur die Gesamtrealisierung sämtlicher Einzelbauphasen für das künftige Eissportzentrum an der Blauen Kappe Sinn macht. Die Antwort war damals wie heute die funktionale Nutzung zweier Eisbahnen samt aller erforderlichen Räumlichkeiten – von den Kabinen bis zu den Eventzonen. Der Beschluss des Masterplanes nach der Projektvorlage ASP-Schneider war die einzig logische Konsequenz. Das Ziel kann auch heute nur lauten, das Curt Frenzel Stadion als uneingeschränkt nutzbare Sportstätte – wie 2009 entschieden – zu vollenden. Nur mit diesem Schritt kann es gelingen, Augsburg auch in Zukunft als eine der wichtigsten Eissportstädte in Deutschland zu erhalten.

5 Wahrheiten über das Curt Frenzel Stadion

Wussten Sie eigentlich …

… dass die Stadt ein ganz anderes Stadion bestellt hat, als das, was ihr nun geliefert wird?

… dass die meisten „echten Mehrkosten“ durch den Abbruch und Wiederaufbau der Tribünen entstehen

… dass die Augsburger Panther viele Einrichtungen nur zu 10% nutzen – der Rest vom Breitensport genutzt wird?

… dass viele Räume nur im Rohbauzustand (ohne Strom, Licht, Wasser, Heizung, Lüftung) hergestellt werden sollen?

… dass das Stadion ohne die Umsetzung aller 2009 geplanten Maßnahmen zur Bauruine verkommen wird?

Blanker Beton in Kiosken und Sozialräumen. Solche Behausungen verkommen zum Schandfleck. Eine wirtschaftliche Nutzung für Stadt und Mieter ist unmöglich.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl