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February 17 2012

22:32

Warum Unternehmen die GPL kaputt machen – oder auch nicht

Sebastian Grüner schrieb heute auf Golem einen grundsätzlich richtigen und lesenswerten Artikel über die GPL, freie Software und deren Verwendung durch Unternehmen. Einen Punkt jedoch möchte ich an dieser Stelle herausgreifen:

“Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind die Klagen zwar absolut gerechtfertigt und notwendig, führen langfristig jedoch nicht zu einer weiteren Verbreitung der GPL. Denn Unternehmen fürchten sich davor, verklagt zu werden und verzichten deshalb auf die Verwendung von Copyleft-Code. Das Dilemma dabei ist, dass die Klagen der Entwickler keinesfalls unterlassen werden können.

Aus Sicht der Nutzer sind die Prozesse aber wenig zielführend, da nicht mehr, sondern immer weniger Unternehmen GPL-Code verwenden. Da es immer weniger Firmen mit einer entsprechenden Marktmacht gibt, die GPL-Code überhaupt einsetzen, kommt auch nur ein kleiner Benutzerkreis mit den Vorteilen der GPL überhaupt in Berührung.”
(Sebastian Grüner, 17.02.2012)

Ich glaube nicht, dass die GPL oder vergleichbar restriktive Freie Lizenzen durch eine Nicht-Verwendung in kommerziellen Produkten kaputt gemacht wird. Vielmehr denke ich, dass aus einem Rückgang der Klagen diese Lizenzen aus einem negativen Licht herausgehoben werden. In den letzten Jahren sind Free Software Foundation und GPL meist nur dann in Erscheinung getreten, wenn es um Verletzung von Rechten und die damit verbundenen Streitigkeiten ging. Aus Marketing-Sicht ein Desaster! Deshalb wäre es eher ein Zugewinn an Souveränität und positiver Wahrnehmung von außen, wenn Verfahren und Gerichtsurteile nur noch in geringem Maße bedürfte. Sprich: Ein Stärkung der Lizenz.

Darüber hinaus, wird die GPL nicht verschwinden, nur weil Unternehmen sie aus Angst vor Klagen nicht mehr einsetzen. Meiner Meinung nach fallen nur die schwarzen Schafe weg, denn: Die GPL ist kein nicht zu durchblickendes Monstrum, das Rechtsabteilungen zum Verständnis benötigt.  Firmen die sich an die Reglements Freier Software halten, tun dies ja aus gutem Grund und schaffen es auch. Deshalb unterstelle ich denen, die es nicht tun, schlicht böse Absicht oder mangelndes Interesse an fairem Umgang.

(foto cc rui ornelas)

flattr this!

March 07 2011

08:55

Umzug von last.fm zu libre.fm

Der Musikdienst last.fm steht ja schon länger in der Kritik, gerade was Datenschutz und das Aushändigen von Daten an Rechteverwerter angeht. Diese Vorwürfe wurden zwar immer bestritten, weshalb aber trotzdem ein schaler Beigeschmack bleibt – nicht zuletzt weil bereits seit 2007 mit der CBS-Tochter “CBS Interactive” ein ganz großer des US-Mediengeschäfts im Hintergrund agiert. Dennoch ist das Übermitteln von gehörter Musik und darauf basierenden Empfehlungen für viele Nutzer interessant, gerade weil es in vielen Musikplayern im Hintergrund läuft.

Glücklicherweise gibt es seit April 2009 mit libre.fm von FSF Campaigns Manager Matt Lee und seiner FooCorp einen freien Klon. Dieser funtioniert dank Nachbau der last.fm-API mit nahezu allen Musikplayern, die eine Scrobble-Funktionalität integriert haben. Bei libre.fm erhält der Nutzer passende Vorschläge aus der freien Musikszene zu seinen gehörten Songs, kann diese direkt dank freier Lizenzen (CreativeCommons) herunterladen, weiter verteilen oder sogar über eine Android App unterwegs streamen. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle die Tatsache, libre.fm keine IPs mitloggt und der User grundsätzlich alle Rechte an seinen übermittelten Daten behält.

Viele last.fm-Nutzer haben vermutlich über die Jahre tausende gehörte Songs übermittelt und somit ein umfangreiches musikalisches Profil erstellt, das sie ungern verlieren möchten – vor allem nicht wegen einem Umzug zu libre.fm. Und genau hier setzt LastToLibre an; folgende Schritte sind unter Linux notwendig, um die Accountdaten komplett und sauber zu migrieren:

0. Shell auf (immer gut! :) )

1. In einem neuen Verzeichnis (lasttolibre oder Ähnliches) lädt man sich die Python-Scripte herunter:

wget http://gitorious.org/fmthings/lasttolibre/blobs/raw/master/lastexport.py && wget http://gitorious.org/fmthings/lasttolibre/blobs/raw/master/libreimport.py && wget http://gitorious.org/fmthings/lasttolibre/blobs/raw/master/scrobble.py

2. Wir machen die Scripte ausführbar:

chmod +x lastexport.py && chmod +x libreimport.py

3. Export der Daten aus last.fm:

./lastexport.py --user dein_lastfm_username

Die exportieren Statistiken landen in einer Tab-separierten Textdatei (exported_tracks.txt) mit einem Track pro Zeile nach dem Schema:

date    trackname    artistname    albumname    trackmbid    artistmbid    albummbid

4. Import der Daten zu libre.fm

./libreimport.py dein_librefm_username exported_tracks.txt

Fertig!
Für weitere Optionen (anderer Import-Server, Teilexport o.ä.) lohnt sich ein Blick auf die Wiki-Seite oder der Aufruf der Scripte mit dem Zusatz “-h” oder “–help”.

October 07 2010

11:10
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