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22:32

Warum Unternehmen die GPL kaputt machen – oder auch nicht

Sebastian Grüner schrieb heute auf Golem einen grundsätzlich richtigen und lesenswerten Artikel über die GPL, freie Software und deren Verwendung durch Unternehmen. Einen Punkt jedoch möchte ich an dieser Stelle herausgreifen:

“Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind die Klagen zwar absolut gerechtfertigt und notwendig, führen langfristig jedoch nicht zu einer weiteren Verbreitung der GPL. Denn Unternehmen fürchten sich davor, verklagt zu werden und verzichten deshalb auf die Verwendung von Copyleft-Code. Das Dilemma dabei ist, dass die Klagen der Entwickler keinesfalls unterlassen werden können.

Aus Sicht der Nutzer sind die Prozesse aber wenig zielführend, da nicht mehr, sondern immer weniger Unternehmen GPL-Code verwenden. Da es immer weniger Firmen mit einer entsprechenden Marktmacht gibt, die GPL-Code überhaupt einsetzen, kommt auch nur ein kleiner Benutzerkreis mit den Vorteilen der GPL überhaupt in Berührung.”
(Sebastian Grüner, 17.02.2012)

Ich glaube nicht, dass die GPL oder vergleichbar restriktive Freie Lizenzen durch eine Nicht-Verwendung in kommerziellen Produkten kaputt gemacht wird. Vielmehr denke ich, dass aus einem Rückgang der Klagen diese Lizenzen aus einem negativen Licht herausgehoben werden. In den letzten Jahren sind Free Software Foundation und GPL meist nur dann in Erscheinung getreten, wenn es um Verletzung von Rechten und die damit verbundenen Streitigkeiten ging. Aus Marketing-Sicht ein Desaster! Deshalb wäre es eher ein Zugewinn an Souveränität und positiver Wahrnehmung von außen, wenn Verfahren und Gerichtsurteile nur noch in geringem Maße bedürfte. Sprich: Ein Stärkung der Lizenz.

Darüber hinaus, wird die GPL nicht verschwinden, nur weil Unternehmen sie aus Angst vor Klagen nicht mehr einsetzen. Meiner Meinung nach fallen nur die schwarzen Schafe weg, denn: Die GPL ist kein nicht zu durchblickendes Monstrum, das Rechtsabteilungen zum Verständnis benötigt.  Firmen die sich an die Reglements Freier Software halten, tun dies ja aus gutem Grund und schaffen es auch. Deshalb unterstelle ich denen, die es nicht tun, schlicht böse Absicht oder mangelndes Interesse an fairem Umgang.

(foto cc rui ornelas)

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